Montag, 29. Oktober 2007

Was die Bohne so anstellt...

Sonntag Abend mitten in Montreal? Naja anstatt mich bedingungslos ins Montrealer Nachtleben zu stürzen langweile ich mich heute ein wenig zuhause und mach ganz viele schöne Sachen um nicht lernen zu müssen.






Bin ich nicht übermaßig kreativ und talentiert? Das ist nur eine rethorische Frage ich erwarte keine Antworten und schon gar keine ehrlichen!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Le quete du donut

Weil ich langsam nicht mehr weiß was ich tun soll um mich vom Lernen ab zuhalten, habe ich mich entschlossen euch ein wenig von meinem Wochenende zu erzählen. Am vergangenen Wochenende habe ich mal wieder einen Rekord gebrochen! Und zwar den meines längsten Drehtags, fucking 20 Stunden am Stück. Ist das nicht einen Applaus wert?

Aber mal ganz langsam und von vorne. Am Donnerstag letzter Woche starteten unsere Vorbereitungen für unser Klassenfilmprojekt "le quete du donut". Ich habe die ehrenvolle Aufgabe des Script-Continuity Girls zugeteilt bekommen. Es ging los mit Setbau Donnerstag und Freitag, da der komplette Film im Studio der Mel Hoppenheim School of Cinema gedreht wurde, wir mussten insgesamt 4 Sets in nur 2 Tagen bauen, was unsere Art Direction viele, viele Stunden harte Arbeit gekostet hat. Die armen Jungs und Mädels sind an beiden Tagen erst gegen 5 Uhr aus dem Studio raus.
Am Samstag dann ging es los. Geplanter Start 7 Uhr 30. Wirklicher Start 13 Uhr. Ja wir hatten gleich am ersten Tag mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Irgendwie hatten wir keine Batterien für die Kamera und niemand hat sich um das Filmmaterial gekümmert. Also mussten wir den netten Mann vom Depot Samstag früh aus dem Bett klingeln, damit er uns netter Weise Batterien und Filmmaterial geben konnte. Nach fast 6 Stunden Warten konnte es dann endlich los gehen.

Sonntag dann ging es früh um halb acht weiter und ja wer hätte es gedacht wir sind auch erst um halb drei wieder aus dem Studio raus. Fragt mich nicht, wie ich das überlebt hab! Montag war dann fast genau so lang. Es ging um halb neun los und gegen 23 Uhr hatten wir es geschafft. "Le quete du donut" war abgedreht.

Es ist schon wirklich komisch kaum ist so ein Dreh vorbei sind all die stressigen Momente wie vergessen und man möchte sofort das nächste Projekt starten. Es war mal wieder eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung und ich freu mich schon wahnsinnig auf die nächsten anstehenden Projekte, auch wenn sich das Wochenende im Rückblick, wie ein einziger langer Tag anfühlt.

Samstag, 13. Oktober 2007

Hallo

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Road Trip - Maine USA

Heute Abend komm ich auch endlich dazu das vergangene Wochenende nochmal für euch revue passieren zu lassen. Wir vier Deutschen haben das verlängerte Wochenende über Thanksgiving genutzt um uns auf einen kleinen Roadtrip zu begeben. Ich war mal so fleißig und hab eine Karte von unserer Strecke erstellt.


Es ging Freitag morgen richtig früh los, zumindest für Philip und mich, denn wir mussten Punkt halb acht unseren Mietwagen abholen. Einen bohnespassatroten Pontiac der uns gleich durch sein sportliches Design überzeugt hat.
Nachdem wir den Papierkram erledigt hatten konnten Philip und ich Romy und Susann abholen und uns endlich auf den Weg Richtung USA machen. Unsere erste Pause mussten wir allerdings schon nach knapp einer Stunde einlegen und ja ich geb's ja zu ich war schuld. Als immer noch überzeugter Raucher hatte ich das dringende Bedürfnis bei Kaffee und Zigarette das fabelhafte Wetter zu genießen. Meine geduldigen Mitfahrer haben sich meiner Sucht ergeben und den Stop gleich für eine Pinkelpause genutzt. An dieser Stelle muss ich auch gleich einmal auf den grauenhaften nordamerikanischen Kaffee eingehen. Liebe Leute zuhause ihr könnt von Glück sprechen, dass wir im Vergleich zu hier eine wirklich hervorragende Kaffeekultur besitzen. Ich wette sogar, dass Wolfgangs Brühkaffee besser schmeckt als das Zeug was man hier bekommt. Nicht nur das Milch quasi, wie Wasser schmeckt auch der Kaffee schmeckt unheimlich eigenartig. Und sobald ich wieder deutschen Boden betrete werde ich das Lorleberg besetzen und literweise Kaffee trinken. Soviel dazu...
Die weitere Fahrt bis zur amerikanischen Grenze verlief ohne große Zwischenfälle. Unsere Stimmung drohte allerdings zu kippen als wir an der Grenze ankamen. Wir wurden mit den freundlichen Worten "this will take you at least two hours" gebeten rechts anzuhalten und mit dem Satz "don't move... you understand... don't move" zog ein älterer sehr grimmiger Grenzbeamter mit unseren Ausweisen ab in sein Grenzhäuschen. Allerdings stellte sich raus, dass alles halb so wild war, denn der grimmige Grenzbeamte lebte für 5 Jahre in der Nähe von Stuttgart, hatte dort eine gute Zeit und vermisst wohl ein wenig den dortigen Stammtisch. Wir mussten einen kleinen Testfragebogen ausfüllen und Auskunft geben ob wir terroristische Anschläge planen oder in der Zeit von 1939-45 in Deutschland politisch aktiv waren. Wir haben alle Fragen brav mit nein beantwortet, Fotos und Fingerabdrücke von uns machen lassen und schon durften wir nach nur 45min in die USA einreisen.

In den USA angekommen fuhren wir ein kleines Stück durch New Hampshire und ließen es uns nicht nehmen Berlin zu besichtigen. Naja keine außergewöhnliche Stadt, aber hey wir waren in Berlin. Nachdem wir Berlin, das Brandenburger Tor, Kreuzberg und den heimischen Politikern einen kleinen Besuch abgestattet hatten fuhren wir weiter Richtung Portland um unser erstes Abenddomiziel zu beziehen. Aber was wäre ein Road Trip wenn nicht zufällig irgendetwas dazwischen kommen würde. Fast schon in Yarmouth angekommen, hier sollte unsere Jugendherberge sein, stellte ich fest, dass es wohl noch ein anderes Yarmouth gibt. Und zwar ungefähr am anderen Ende von Nordamerika. Glücklicherweise haben wir genau in diesem anderen Yarmouth unsere Jugendherberge gebucht. Da Freitag Tag des Lachens war nahmen wir das alles gar nicht so ernst haben uns prächtig über unseren Fehler amüsiert. Romy hat es gott sei dank hinbekommen, dass wir für die gebuchte Jugendherberge noch nicht einmal was zahlen mussten und so konnten wir uns einfach nach einer anderen Unterkunft umsehen. Das war kein allzu großes Problem. Wir haben im Motel 8, am Rand von Portland noch ein Zimmer bekommen, wo wir nach einem amerikanischen Abendessen, Fritten und Burger, fertig aber glücklich unser Nachtlager bezogen haben.

Samstag dann ging es nach einem sagenhaften continental breakfast weiter Richtung Bangor, immer schön an der Ostküste entlang. Bei 26 Grad und Sonnenschein haben wir uns dann entschlossen an einem See eine kleine Pause zu machen. Diese einmalige Chance Anfang Oktober noch schwimmen zu gehen konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so konnte ich mich ganz meinem Element dem Wasser widmen. Nach einigen kleinen Baywatch Spielchen ging es dann weiter.
Als wir am Abend in unserem Hotel in Orono, bei Bangor, ankamen... wer hätte es gedacht, hatten wir wieder ein kleines Problem zu lösen. Wir hatten zwar ein Zimmer, das Hotel war aber nur auf eine Person gefasst. Ohne lang zu zögern nahmen wir das Angebot der Dame an der Rezeption, die sich um zwei weitere Klappbetten für uns kümmern wollte. Denn sämtliche Hotels in der Umgebung waren ausgebucht. Also auch Samstag haben wir uns tapfer geschlagen und alle Probleme mutig gelöst.

Sonntag stand dann der Acardia National Park auf dem Plan. Dieser liegt auf einer kleinen Insel direkt an der Ostküste und zählt wohl zu den 10 beliebtesten Nationalparks in Nordamerika und ganz ehrlich er ist auch wirklich außergewöhnlich. Wir konnten unseren Augen kaum glauben als wir mitten auf dem Cadillac Mountain bei strahlendem Sonnenschein direkt auf das Meer schauten. Ganz im Zeichen des Indian Summer strahlten die Bäume in rot, orange und gelb. Eine wirklich unglaubliche Landschaft. Meer, Berge, Sand, Felsen, Seen, Wald und Wiese alles an einem Ort. Bilder zum neidisch werden habe ich auch schon hochgeladen. Wir haben den ganzen Tag im Nationalpark verbracht und sind erst wieder gegen Abend weiter in Richtung Montreal. Gegen 21 Uhr haben wir uns entschlossen, dass es doch langsam Zeit für ein Nachtquartier wird und sind mitten am Arsch der Welt, Kingsfield, in einem super schönen Hotel untergekommen. Das Hotel war im alten amerikanischen Kolonialstil eingerichtet und überzeugte auch durch seine warme Atmosphäre. Der Besitzer, ein alter Mann mit nicht mehr all zu viel Zähnen und sein Huskey waren mein eigentlicher Höhepunkt. Und so verbrachten wir unsere letzte Nacht in Kingsfield, mitten im Niemandsland.

Frisch ausgeruht machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zurück mach Montreal. Unsere letzten amerikanischen Dollar haben wir beim Frühstück auf den Kopf gekloppt. Nach nicht mal ganz zwei Stunden waren wir auch wieder auf kanadischem Boden, diesmal ohne Wartezeit an der Grenze. Gegen zwei kamen wir dann auch in Montreal an, 1200km USA hinter uns... ich war schon ein wenig geschafft, aber dafür hat sich der Trip auch wirklich gelohnt. Wir haben einiges erlebt... einen kleinen Film gedreht... Dunkin' Donuts gegessen... das Meer gesehen... und vieles mehr... also seid alle schön neidisch!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Morgen ist heute schon gestern

so oder so ähnlich lässt sich wohl am ehesten beschreiben, was die letzten Tage so in mir vorgeht. Nicht nur das die Zeit, wie im Flug vergeht, und das tut sie wirklich. Auch Dinge, die mir anfangs hier völlig fremd waren fangen an alltäglich zu sein.

Ich hab inzwischen nicht nur gelernt, wie man die kanadische Milch öffnet. Ich treffe Menschen, frage how are you? und erwarte nicht wirklich eine Antwort. Zum Rauchen stell ich mich brav hinter die gelbe Linie und fange nicht an zu meckern. In Fahrstühlen krieg ich keine Platzangst mehr, weil in den 11. oder 18. Stock will ich einfach nicht laufen. Poutine ist zu einem meiner neuen Lieblingsgerichte geworden und das obwohl der Käse nach nichts schmeckt. Wenn jemand auf der Straße nach Kleingeld fragt fühl ich mich nicht mehr komisch sondern lauf einfach weiter, meistens ohne zu reagieren. Die vielen Sexshops und Table Dance Läden gehören zu meiner Umgebung. Bier und Wein kauf ich immer vor 23 Uhr und ja ich fahre öffentliche Verkehrsmittel und kein Auto...

Und das alles in sage und schreibe noch nicht einmal eineinhalb Monaten. Montreal wächst mir von Tag zu Tag mehr ans Herz. Nicht das hier alles so viel schöner ist, es ist nur einfach anders. Größer und spannender, neu und so ungewohnt. Es gibt hier nichts, das es nicht gibt! Wirklich nichts! Das es mir hier so gut gefällt liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir seit unserer Ankunft vielleicht 5 Regentage hatten und die restlichen Tage voller Sonnenschein und angenehmer Temperaturen gerade dazu eingeladen haben Montreal zu genießen. Ich freu mich schon jetzt darauf all denen, die uns besuchen kommen diese wunderbare Stadt zu zeigen. Zusammen in Restaurants essen gehen, in denen man nicht mal das Land kennt aus der das Essen stammt. Abends auf den Mont Royal fahren und einfach die Aussicht genießen und tagsüber einfach durch die Stadt spazieren und sich von allen Reizen überfluten lassen.

So und damit ich jetzt keine eifersüchtigen Emails bekomme höre ich besser auf so zu schwärmen und euch vom wunderschönen Kanada zu erzählen. Ich werde mich jetzt mal noch auf die Suche nach einer Landkarte machen, denn am Wochenende steht für uns vier Deutsche (Romy, Susann, Philip und mich) der erste Roadtrip an. Wir werden nach Maine, USA fahren um dort ans Meer zu gehen und den Indian Summer zu genießen. Haltet die Ohren steif und Kopf hoch!